Das Ringen von Lufthansa und Hauptaktionär Sir Michael Bishop um die Zukunft der angeschlagenen Fluggesellschaft British Midland (bmi) zieht sich hin. Lufthansa stehe weiterhin zu der Zusage, den 50 Prozent-Anteil plus eine Aktie von Bishop zu kaufen und damit auf insgesamt 80 Prozent zu kommen, erklärte Lufthansa-Finanzvorstand Stephan Gemkow der Londoner "Financial Times" (Mittwoch).
Allerdings müsse die Airline dann auch in dem Zustand sein, wie es im Vertrag vereinbart worden sei.
bmi flog 2008 einen Verlust von 99,7 Millionen GBP ein (© bmi)
Nach Angaben aus Unternehmenskreisen geht es darum, dass British Midland genügend Kapital haben muss, um den geregelten Pflichten als Fluggesellschaft nachzukommen. Andernfalls droht die Airline ihre Lizenz zu verlieren. Mehreren Medienberichten zufolge ist eine Kapitalerhöhung notwendig, zu der Bishop aber nicht bereit sein soll.
Lufthansa hatte Bishop vor rund zehn Jahren zugesagt, dessen Anteile auf Wunsch zu übernehmen. Diese Option übte Bishop im Herbst vergangenen Jahres aus. British Midland gilt für Lufthansa als interessant, da sie über viele Start- und Landerechte auf dem Londoner Flughafen Heathrow verfügt. Die EU-Kommission hatte den Aktienzukauf vergangene Woche genehmigt. Die restlichen 20 Prozent der Gesellschaft gehören Scandinavian Airlines (SAS).
Im Jahr 2008 beförderte bmi zehn Millionen Reisende und flog nach vier profitablen Jahren in Folge einen Verlust in Höhe von 99,7 Millionen GBP ein. Die bmi-Flotte umfasst aktuell 70 Flugzeuge. In der derzeitigen Wirtschaftskrise musste auch bmi Kapazitäten zurückfahren.
British Midland gehört derzeit neben Austrian Airlines (AUA) und Brussels Airlines zu den drei Fluggesellschaften, die Lufthansa in ihren Konzern integrieren möchte. Zuvor hatte sie bereits die Schweizer Swiss übernommen.






