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30.07.2009 Verlage reduzieren Onbord-Zeitschriften

Ein Großteil der Zeitungs- und Zeitschriftenverlage hat die Anzahl der Bordexemplare reduziert. Die Reduzierung hat allerdings weniger mit sinkenden Passagierzahlen als mit einer Überprüfung der Auflagenrentabilität zu tun, berichtet die Werbe-Fachzeitschrift „Horizont“.
In Zeiten sinkender Passagierzahlen in der Luftfahrt und einem verschärften Wettbewerbsumfeld in der Verlagswelt überprüfen Zeitschriftenverlage ihre Auflagenrentabilität. Als Folge sinke die Anzahl der an Bord von Flugzeugen verfügbaren Exemplare, berichtet das Branchenblatt „Horizont“ (30/2009).

Im Vergleich zum Vorjahr reduzierten demnach 70 Prozent der Verlage im zweiten Quartal dieses Jahres die Anzahl ihrer Onbord-Exemplare, insgesamt gehe die Anzahl der Bordexemplare um ca. 12 Prozent zurück. Laut IVW gab es demnach genau 3.381.105 Zeitschriften geprüfter Verlage an Bord von Flugezugen.

Direkt verdienen Zeitschriftenverlage kein Geld mit den Onbord-Titeln, weil diese für die Betriebserlöse kaum relevant sind. Denn meist entrichten die Airlines nur einen symbolischen Preis von einem Cent pro Zeitschrift, um der Mindestregelung der IVW Genüge zu tun, denn so gilt jedes einzelne Exemplar als verkaufter Titel.

Die Verlage benutzen Bordexemplare daher in erster Linie, um ihre verkaufte Gesamtauflage und die Reichweite im Wettbewerb um Werbeeinnahmen zu erhöhen. Beide Faktoren seien bei Anzeigenschaltungen wichtig, denn je höher die Auflage und je größer die Verbreitung um so mehr können für eine Werbeanzeige in dem betreffenden Medium verlangt werden.

Wenn renommierte Airlines den einen oder anderen Zeitschriftentitel ihren Passagieren an Bord anbieten, könne zudem auch das Image auf den Titel abfärben, berichtet die Werber-Zeitung weiter.

Zusätzlich erreiche man an Bord wesentlich kaufkräftigere Zielgruppen – nicht selten auch Entscheider direkt aus der werbetreibenden Firmen, berichtet "Horizont" weiter. Eine Untersuchung von Media Frankfurt, der Deutschlands größten Flughafen vermarktet, zeigte, dass das durchschnittliche Haushaltsnettoeinkommen der Leser in Flugzeugen mit rund 4.000 Euro nahezu fünfmal höher ausfalle als beim Bevölkerungsdurchschnitt.

Um diese Zielgruppen weiterhin trotz geringerer Auflagen zu erreichen, reduzieren einige Verlage nach Horizont-Angaben nun ihre Streuverluste und bieten bestimmte Titel nur noch zielgerichtet nur noch in der Business- und First-Class an.

Im Gegenzug kann die Airline in den Magazinen auch Anzeigenplatz erhalten. Denn nur glücklich über die kostengünstigen Magazine und Zeitungen sind die Fluggesellschaften nicht: Etliche Airlines betrachten Zeitschriften nämlich in Krisen- und CO2-Zeiten mittlerweile auch als bedeutenden Kostenfaktor, da jedes Kilogramm zusätzlichen Treibstoffverbrauch bedeutet.